Chronik der Schützengesellschaft Ottersberg e.V.

Aufzeichnungen von unserem Ehrenschützenmeister Balthasar Wachinger sen. zum 100-jährigen Jubiläum im Jahre 1990.

In den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts, als sich die Männer beim Wirt trafen, kehrte auch der Jäger öfters ein. Man wird ihn wohl "gehänselt" haben wegen Schießen und Treffen. So beschloss man, einen Zimmerstutzen zu kaufen und einen Schützenverein zu gründen. 1890 erfolgte die offizielle Gründung. Sie nannten sich schlicht und einfach Schützengesellschaft Ottersberg.

Erster Vorstand wurde, wie könnte es anders sein, der Berufsjäger Runge. Von den Mitgliedern aus der Gründungszeit sind namentlich bekannt: Burghart Blathasar-Sprunkmeier in Ottersberg, Scherer Wolfgang-Sattler Ottersberg, Bichler Ferdinand-Hagmeier Gelting, Scherer Franz-Moar Pliening, Festl Josef-Gutsbesitzer Poing, Lanzl Josef-Baumeister Poing, Jell Stefan-Krämer Landsham, Scherer Johann-Bergschneider Gelting, Schreil Georg-Schuster Ottersberg, Sedlmeier Michael-Wagner Gelting und Forchhammer Michael-Bäcker in Pliening.

Also nicht die Jugend, sondern gestandene Männer, Bauern und Handwerker waren die Gründer. Da Ottersberg schon immer ein geselliger Ort war, rekrutierten sich die Mitglieder auch aus den umliegenden Orten. Schon im Jahre 1895 traf den jungen Verein ein harter Schlag. Die Wirtschaft, ihre Herberge, brannte vollkommen nieder. Einige Jahre mussten die Schützen pausieren. Erst 1901 wurde an heutiger Stelle ein zeitgemässer Neubau erstellt. Die Schützen wurden bald wieder aktiv. So wurde 1908 für jedes Mitglied ein Stammkrügl gekauft und ausgeschossen. Der Schützenmeister Runge gab sein Amt durch Wegzug auf. Sein Nachfolger war wieder ein Jäger, ein gewisser Karlhammer aus Pliening.

Die Anschaffung einer Fahne wurde geplant. Leider konnte dieser Plan nicht verwirklicht werden. Mehrere Ernten wurden durch schwere Hagelunwetter vernichtet, sodass die Finanzierung nicht mehr möglich war.

Inzwischen schrieb man die Jahrzahl 1914. Am 1. August war Mobilmachung. Der unseelige 1. Weltkrieg begann. Der Verein ruhte bis Kriegsende.

Nachdem sie die Zeiten wieder einigermaßen normalisiert hatten, wurde der Schießbetrieb wieder aufgenommen. Auch Jungschützen kamen nach, es gab natürlich Reibereien. Da teilte sich der Verein in Jung- und Altschützen. Matthias Pfaffenstaller führte die Jungschützen. Johann Pfaffenstaller wurde Schützenmeister der Senioren. Doch nach einigen Jahren sah man ein, dass dieser Doppelbetrieb auch nicht das Wahre war. Man einigte sich wieder, Johann Pfaffenstaller führte nun wieder die ganze Gesellschaft.

Wieder wurde der Wunsch nach einer Fahne aktuell. Die Finanzierung schien bereits gesichert, da machte die Inflation wieder alles zunichte.

Im Jahre 1926 war in Ottersberg ein größeres Preisschießen, vielleicht war es sogar ein Gauschießen. Jedenfalls wurde an 8 Ständen geschossen. Über den Erfolg und genauen Verlauf konnte ich nichts bestimmtes mehr erfahren. Aufzeichnungen darüber waren nicht mehr aufzufinden. Der Verein hatte sich damals auch eine soziale Aufgabe gestellt. Beim Ableben eines Mitgliedes wurde den Hinterbliebenen 300 Mark ausbezahlt. Für das ehemalige Mitglied Nikolaus Dimpflmeier, der völlig mittellos verstarb, wurden die ganzen Beerdigungskosten übernommen.

Einige Jahre vergingen wieder im ruhigen Schießbetrieb. Es wurde auch in jeder Saison ein König ausgeschossen. Nur wurde sich dieser seiner Würde nicht richtig bewußt, mangels einer Königskette. Um dem Übel abzuhelfen, sammelte man Silbermünzen und ließ 1930 die Schützenkette anfertigen. Der erste glückliche Schütze, der mit der neuen Kette dekoriert wurde, war Markus Holzner, Metzgermeister aus Pliening.

Der Vorstand wechselte auch wieder einmal. Sylvester Scherer aus Gelting wurde gewählt. Er bekleidete den Posten aber nur einige Jahre. In Gelting wohnhaft, war er für die Vorstandspflichten zu abgelegen. Sein Nachfolger wurde Eduard Burghart aus Ottersberg.

Durch die politischen Bewegung nach 1933 wurden die Schützen dem "Reichsbund für Leibesübung" angegliedert, was aber für den Schießbetrieb belanglos war.

Schon wieder zogen sich am politischen Horizont drohende Gewitterwolken zusammen. Am 01. September 1939 begann der zweite, noch schlimmere Weltkrieg. Über 5 Jahre raste die Kriegsfurie durch die Welt. Das Kriegsende brachte, was man früher für unmöglich gehalten hätte. Amerikaner besetzten unsere Heimat. Wir wurden völlig entwaffnet. Sogar die Zimmerstutzen der Schützenvereine schienen den Besatzern zu gefährlich. Die Schützengesellschaft Ottersberg, die während der Kriegsjahre ruhte, hatte 3 Gefallene aus ihren Reihen zu beklagen: Ferdinand Burgmeier, Gelting, Josef Wachinger, Unterspann und Josef Hiltmeier, Pliening.

Nach langen Jahren der Waffen- und Rechtlosigkeit wurden 1950 wieder harmlose Waffen für Sportschützen freigegeben, Luftgewehre. Von alten Schützen recht mißtrauisch in die Hand genommen, erwiesen sich diese im Laufe der Zeit doch als recht brauchbar. Die Möglichkeit zum Schießen war wieder gegeben. So wurde auch bei den Ottersbergern durch Johann Pfaffenstaller der Vereinsgeist wieder geweckt. Am 8. April 1951 lud Pfaffenstaller zu einer Versammlung. Dazu waren 12 alte Mitglieder erschienen und es wurde beschlossen, im Herbst des selben Jahres nach Möglichkeit den Schießbetrieb wieder aufzunehmen.

Es sei hier noch einiges eingefügt über die harten und tragischen Schicksalsschläge, die unsere Herberge trafen. Nach einigen glücklichen Ehejahren verstarben beiden Wirtsleute innerhalb 14 Tagen. Sie hinterließen ein nun verwaistes Töchterlein und den Betrieb. Das Mädchen kam zu ihren Großeltern und der Betrieb wurde verpachtet.

Die Familie Obermair nahm die Wirtschaft in Pacht und führte den Betrieb bestens weiter.

Am 4. November 1951 fand wieder eine Schützenversammlung statt. Es wurde eine Vorstandschaft gewählt und der Verein offiziell wieder ins Leben gerufen, Johann Pfaffenstaller zum ersten und ich zum zweiten Schützenmeister gewählt. Herr Obermair, unser neuer Herbergsvater, erbot sich, ein Gewehr zu beschaffen, da der Verein ja noch völlig mittellos war. So konnte bereits am 18. November 1951 der Schießbetrieb wieder aufgenommen werden. Es fand dann auch ein Königsschießen statt, bei dem der Schützenmeister Pfaffenstaller die Königswürde errang. Doch wo ist die Kette ? Zu aller freudiger Überraschung brachte sie Peter Reiner aus Pliening, der letzte Vorkriegskönig, heil und unversehrt dem Verein zurück. Schützenmeister Pfaffenstaller konnte seine Würde auch im folgenden Jahr erfolgreich verteidigen. Ein neues stärkeres Luftgewehr wurde gekauft.

Das erste Gauschießen wurde von 11 Schützen unseres Vereins besucht. Einige waren sogar unter den Preisträgern. Wieder erinnerten einige alte Schützen daran, dass wir immer noch ohne Fahne waren. Im Herbst 1954 begann man zu sparen und zu sammeln. Thaddäus Burghart sen. wurde zum Kassier der Fahne bestimmt. Nachdem die Finanzierung gesichert war, erhielt die Firma Kössinger den Auftrag nach unserem eigenen Entwurf.

Schützenmeister Pfaffenstaller erkrankte plötzlich schwer. Ich musste die Führung übernehmen. Das Königsschießen fand statt. Alle waren wir gespannt, wer Festjahrskönig werden würde. Der Königsschuß gelang unserem Schneidermeister Werner Mischke. Die Vorbereitung zur Fahnenweihe lief an. Ein Festausschuß wurde gegründet. Da durcheilte den Ort die traurige Kunde, unser erster Schützenmeister Johann Pfaffenstaller hat die Augen für immer geschlossen. Am 23. April 1955 geleiteten wir ihn auf den Friedhof in Gelting zur letzten Ruhe. Auch der Gau war bei der Beerdigung vertreten.

Die Festvorbereitungen mussten weiter gehen. Als Festtag hatten wir den 3. Juli 1955 bestimmt. Wir brauchten auch einen Patenverein. Der Gau Ebersberg hatte erst große Versprechungen gemacht, konnte dann aber keinen Verein des Gaues dafür interessieren. So hielten wir beim Schützenverein "Freischütz" Walptertskirchen, Gau Erding an und wurde erhört. Als Festkapelle konnten wir die bekannte Kapelle Alois Schönberger verpflichten. Die Zeit eilte und drängte, aber wir schafften es. Nervös machte uns nur die Fahnenstickerei. Die hatte sich mit der Zeit verkalkuliert und konnte die Fahne erst am 2. Juli nachmittags liefern. Trotz allem wurde aber dann der 3. Juli 1955 ein herrlicher Festtag für ganz Ottersberg, unser 65-jähriges Gründungsfest mit Fahnenweihe. Es nahmen 35 Vereine aus der näheren und weiteren Umgebung daran teil. Voraus marschierte der Fahnenjunker Josef Huber mit unserer neuen Fahne. Begleitet wurde er von Hans Piringer und Bartholomäus Lenz. Ihnen folgte die Fahnenmutter Fanny Burghart mit den Festjungfrauen Erna Röckenschuß und Marille Buckl. Dahinter marschierte die Fahnenbraut Michaela Huber mit den beiden Festjungfrauen Frieda Moser und Ella Bogner. Stolz marschierte der Schützenkönig, begleitet von den Schützenliesln Anni Forchhammer, Pliening und Fanny Burghart jun., Ottersberg an der Spitze unseres Vereins hinter der Festabordnung.

Fahnenbraut & Festjungfrauen

Fahnenbraut: Michaela Huber
Festjungfrauen: Frieda Moser, Ella Bogner

Fahne & Fahnenmutter & Fahnenbraut

Fahnenjunker: Josef Huber; Begleiter: Hans Piringer, Bartolomäus Lenz
Fahnenmutter: Fanny Burghart; Jungfrauen: Erna Röckenschuß, Marille Buckl
Fahnenbraut: Michaela Huber; Jungfrauen: Frieda Moser, Ella Bogner
Schützenkönig: Werner Mischke; Begleitung: F. Burghart, A. Forchhammer

Fahnenweihe 1955

Fahnenweihe 1955

obere Reihe v.l.n.r.:
Josef Röckenschuß, Thad. Burghart, Anna Forchhammer, Barth. Lenz,
Josef Huber, H. Piringer, Werner Mischke, Fanny Burghart jun., Valentin Festl
untere Reihe v.l.n.r.:
Franz Huber, Rosa Obermair, Balth. Wachinger, Marille Buckl,
Alois Bronnesberger, Ella Bogner, Fanny Burghart sen.,
Michaela Huber, Fried Moser, Josef Kifinger, Erna Röckenschuß,
Max Widmann, Obermair Hans

Wir hatten nun auch eine neue Fahne und nahmen an allen Festen innerhalb des Gaues, wenn wir eingeladen wurden, teil. Auch bei manch auswärtigen Fest waren wir vertreten. Der Schießbetrieb ging weiter. Die Leistungen wurden immer besser. Das Jahr 1959 brachte uns eine besondere Überraschung. Wir bekamen erstmals eine Schützenkönigin. Unsere Herbergsmutter Rosalie Obermair erzielte das beste Blattl und damit königliche Würde.

Ein Vergleichsschießen mit dem Nachbarverein Neufinsing und Finsinger Alm wurde arrangiert und 9 Jahre lang durchgeführt. Wir konnten bei uns nur auf eine Distanz von 7 m schießen. Somit waren wir bei Wettkämpfen immer schwer im Nachteil. Im Jahre 1967 versuchten wir die Schießbahn zu verlängern, mussten es aber wegen Platzmangel wieder aufgeben. Jungschützen kamen zu uns. Der Verein wurde stärker. Wir richteten einen zweiten Schießstand ein und später sogar noch einen dritten. Es war aber dann alles sehr beengt. Auf 50 Mitglieder war der Verein schon angewachsen.

Am 5. September 1971 leisteten wir uns einen Vereinsausflug zum Herzogstand, war mal eine schöne Abwechslung. In den folgenden Jahren machten wir einen Ausflug zum "Platzl" nach München, gleich 2 Busse waren notwendig. 1977 wurden neue Schützenanzüge und Hüte notwendig. Die Vereinskasse gab dazu Zuschüsse, pro Anzug 50,-DM und pro Hut 10,-DM. Wir gefielen allgemein mit einheitlicher Montur.

Bei der Gauversammlung 1977 in Steinhöring erhielten wir den schon lang versprochenen Silbertaler für 75-jähriges Bestehen. In unserer Herberge gab es auch Pächterwechsel. Die Familie Obermair hatte alterbedingt aufgegeben, hielt und aber weiterhin die Treue.

Erwin Schmidt übernahm 1968 die Wirtschaft. Unter seiner Geschäftsführung klappte es für uns sehr gut. Er wurde auch aktiver Schütze und ist es heute noch. Zu unserem Bedauern gab er 1975 die Wirtschaft wieder auf. Mit den neuen Pächtern gings mal gut und mal weniger gut. Die Besitzerin der Wirtschaft, Tochter der Scherereheleute war inzwischen erwachsen und heiratete Herrn Karl Rubenberger aus Altenerding. Wir lagen ihm des öfteren in den Ohren wegen eines Raumes, um einen 10 m Stand einrichten zu können. Endlich 1979 war es soweit. Im ehemaligen Pferdestall, die Landwirtschaft war ja längst aufgegeben, durften wir uns einrichten. Unsere Vereinsmitglieder, besonders die Jugend, arbeiteten fleißig. Ich kämpfte um die Baugenehmigung der Behörde. Der neue Pächter der Wirtschaft Hans Maier, von Beruf Maler, unterstützte uns beim Innenausbau in ganz hervorragender Weise. Der Raum wurde wirklich schön, auch die Genehmigung traf ein. So konnten wir am 19. April 1980 das Eröffnungsschießen durchführen. An 5 Ständen konnte nun, wie sichs gehört, auf 10 m geschossen werden. Wir waren glücklich.

Ein Fest stand uns dieses Jahr noch ins Haus. Die Ortschaft Ottersberg feierte ihr 1000-jähriges Bestehen. Da wir Schützen genau 90 Jahre alt wurden, mussten wir mittun. Die Festwoche war vom 13.-17. Juni 1980 festgelegt. Wir Schützen hatten den 15. Juni zu gestalten. Der Festgottesdienst musste witterungsbedingt im Festzelt stattfinden. Das Wetter besserte sich, so konnte am Nachmittag ein herrlicher Festzug stattfinden. Es nahmen 37 Vereine daran teil. Als besondere Attraktion hatten die Ottersberger einen historischen Zug, bei dem Jung und Alt mitwirkte, zusammengestellt. Soviel Leute, glaub ich, waren noch nie auf einmal in Ottersberg. Das Fest ging in aller Zufriedenheit zu Ende und es bekann zu regnen. Eine 5-wöchige Regenzeit. Die Landwirtschaft litt sehr darunter, es gab eine Mißernte.

Die Zeit eilte weiter. Unser Fähnrich Josef Huber, Unterspann machte mich darauf aufmerksam, dass die Fahne zu brechen beginnt. Wir waren damit ja schon auf so vielen Festen. Im November 1982 brachten wir sie zur Erneuerung. Die Herstellerfirma Kössinger machte wieder ein Geschäft. Die Fahne wurde fast vollkommen erneuert, was uns 3000,-DM kostete.

Der Verein hatte nun schon bald 100 Mitglieder. Die Schießleistungen wurden immer besser. Es wurde der Wunsch laut, elektrische Scheibenzüge zu beschaffen. Durch freiwillige Spender konnte auch dieser Wunsch erfüllt werden. Im Jahre 1983 wagten wir zum erstenmal eine Beteiligung an den Rundenwettkämpfen. Der Erfolg konnte sich sehen lassen. So traten wir 1984 schon mit 2 Mannschaften dazu an. Leider bekamen wir mit unserem schönen Schießstand schon wieder Kummer. Der Besitzer fand Gefallen an dem nun so schönen Raum und wir mussten raus. Am äußersten Ende des großen Wirtshofes wurde für uns ein Anbau erstellt und wir mussten dahin umziehen. Wir konnten dort 7 Stände aufbauen und waren trotz des weiten Weges zufrieden. Am 17. November 1984 fand wieder die Jahreshauptversammlung statt. Es standen Neuwahlen an und ich legte nach 30-jährigem Dienst als 1. Schützenmeister mein Amt nieder.

Hans Mischke aus Ottersberg wurde mein Nachfolger. Dem neuen Schützenmeister gelang es schon 1985 eine neue Schützenmontur einzuführen. Man will ja auch etwas bei der Mode sein. Am 19. Mai 1985 traten wir bei der Fahnenweihe in Forstinning erstmals neu eingekleidet an die Öffentlichkeit. Viele hatten sich auch die Schützenschnur schon erschossen, sodaß wir uns schon sehen lassen konnten.

Am 12. Januar 1986 fragte der Schützenverein "Hubertus" Poing bei uns an, ob wir nicht Patenstelle bei seiner, für 20. Juli 1986 geplanten Fahnenweihe übernehmen wollten. Wir sagten nach einigen Überlegungen zu, aber ein offizielles Patenbitten blieb ihnen nicht erspart. Am 05. April 1986 traten sie dazu an und es wurde eine gelungene Sache.

Im Juni starteten wir wieder mal einen Vereinsausflug, per Bus nach Passau, dann mit dem Schiff auf der Donau bis Linz und mit dem Bus wieder heim. Es hat uns allen recht gut gefallen. Die Fahnenweihe in Poing war bei herrlichem Wetter, wir wir’s ihnen ja gewünscht haben, ein sehr schönes Fest.

Im Januar 1987 hielten wir zur Unterhaltung erstmal ein Nußschießen ab. Es wurde ein fröhlicher Schießabend. Wieder hörten wir, dass der derzeitige Pächter der Wirtschaft aufhört. Das hatten wir schön öfters erlebt und dachten nicht Arges. Am 21. März 1987 mussten wir vorzeitig das Königs- und zugleich Endschießen abhalten. Die Wirtschaft durften wir für den Abend in eigener Regie betreiben. Es wurde sehr gemütlich, aber es war auch unser Abschied aus unserer Herberge. Was wir noch garnicht wussten, es kam kein neuer Pächter mehr. Die Wirtschaft wurde geschlossen, wir standen auf der Straße. Am 11. Mai 1987 wurde eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen. Was sollten wir tun? Aufhören oder ein Schützenheim bauen. Die Mehrheit der Anwesenden war für bauen. Also was ist zu tun, um Zuschüsse zu bekommen, wo kriegen wir einen Bauplatz usw. Am 28. August 1987 war wieder eine Versammlung im alten Schulhaus in Gelting. Es ging um den weiteren Schießbetrieb. Nach einigem Hin und Her kamen wir darauf, dass wir das Angebot unseres "Patenkindes" Hubertus Poing, bei ihnen als Gäste zu schießen, annehmen müssen. Schützenmeister Mischke konnte bei der Versammlung bereits eine Planskizze des neuen Vereinsheims vorzeigen. Für uns war es ja ein besonderer Glücksfall, dass beim Generationenwechsel im Schützenmeisteramt, ungeahnt der kommenden Ereignisse, ausgerechnet ein Maurermeister 1. Schützenmeister wurde. Einen Bauplatz hatten wir inzwischen auch.

Herr Josef Lorenz aus Ottersberg stellte uns auf Erbpacht den notwendigen Platz zur Verfügung. Auch die Finanzierung konnte gesichert werden. Mit zinslosen Darlehen vieler Mitglieder konnte ein ansehnlicher Grundstock gebildet werden. Der Plan war eingereicht, wir warteten auf die Genehmigung. Am 24. Oktober 1987 traten wir auf dem Poinger Schießstand zum Anfangsschießen an. Die Mannschaften der Rundenwettkämpfe waren aufgestiegen und kämpften schon wieder eifrig weiter. Die Ottersberger wurden allmählich respektiert.

Das Gauschießen 1988 brachte uns eine freudige Überraschung. Anni Wachinger aus Gelting wurde mit einem 8-Teiler Gauschützenkönigin. Für die Schützengesellschaft Ottersberg war es ein einmaliges Ereignis in der langen Vereinsgeschichte. Am 26. Juni 1988 bei der Bezirksstandartenweihe in Prien hatten wir Ottersberger einen ganz großen Auftritt. Mit Gaufahne und Gaukönigin waren wir dabei.

Gaukönigin 1988

Anni Wachinger mit Gauschützenkette und Gauschützenscheibe

Gaufahne

Gaufahne

v.l. Stefan Wachinger, Franz Glück, Sepp Huber, Balthasar Wachinger sen.

Wir waren zwar jetzt ohne Herberge, aber der Verein hielt gestärkte durch gemeinsames Auftreten eisern zusammen.

Voll Ungeduld warteten wir auf die Baugenehmigung. Doch die Behördenmühlen mahlen langsam. Endlich, am 8. August 1988 wars dann soweit. Wir konnten anfangen. Viele fleißige Helfer fanden sich ein und in 8 Wochen stand der Rohbau. Am 30. November 1988 fand die Hebefeier bereits in eigenem Raum statt. Der Schießbetrieb fand nochmals in Poing statt.

Erdarbeiten

Erste Erdarbeiten: September 1988

Richtfest

Richtfest_2

Richtfest Dezember 1988

Der Innenausbau erforderte noch viel Zeit und Arbeit. Der 23. September 1989 war für die Einweihung festgelegt. Es pressierte noch ordentlich. Aber wir haben es geschafft.

Ich sagte bei der Einweihung: Wenn einer ins Wasser fällt, so hat er zwei Möglichkeiten, entweder er rührt sich oder er geht unter. Die Schützengesellschaft hat sich, wie nicht anders zu erwarten, gerührt und hat nun ein eigenes, schönes Schützenheim.

Einweihung

Einweihung September 1989